Praxis für Osteopathie & Naturheilkunde - Helge Franke - Heilpraktiker Osteopath
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Informationen zur Fibromyalgie

Weder die Naturheilkunde noch die klassisch ausgerichtete Schulmedizin kennen bisher die Ursache der Fibromyalgie. Untersuchungen haben gezeigt, dass die primäre Fibromyalgie nicht durch eine Veränderung des Gewebes bedingt ist, wie dies etwa der Fall wäre, wenn es sich um eine Entzündung oder eine degenerative Erkrankung handeln würde. Weder Bluttests noch andere medizinische Untersuchungen konnten bisher beweisführend herangezogen werden. Die Diagnose stützt sich deshalb allein auf die klinische Symptomatik, d.h. auf den Palpationsbefund des Therapeuten und die geschilderten Beschwerden des Patienten.


Die Symptome

Die Symptome der Fibromyalgie können sehr vielfältig und je nach Patient unterschiedlich ausgeprägt sein. Als Leitsymptom gilt der chronische Muskelschmerz, der vor allem an den Stellen des Muskel-Sehnen-Übergangs auftritt. Diese schmerzhaften Stellen werden auch Tenderpoints genannt. Als ein brauchbares Mittel zur Diagnose dient seit 10 Jahren die Definition des American College of Rheumatology (ACR), die besagt, dass die Kriterien für eine Fibromyalgie erfüllt sind, wenn mind. 11 von 18 definierten Druckpunkten (siehe Zeichnung) schmerzhaft sind bei einem Druck bis zu 4 kp und die generalisierten Schmerzen länger als 3 Monate bestehen.

Zu den Schmerzen des Bewegungsapparates gesellen sich eine Reihe von Begleitsymptomen. Als die häufigsten lasen sich feststellen: Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, übermäßige Neigung zum Schwitzen (Hyperhydrosis), Müdigkeit, Antriebslosigkeit (ev. bis zu depressiven Zuständen), Reizdarm sowie Kopfschmerzen.

Die Erkrankungshäufigkeit beläuft sich auf ca. 2% der Bevölkerung, wobei das Verhältnis von Frauen zu Männern bei 8:1 liegt. Überdurchschnittlich häufig erkrankt die Altergruppe zwischen 40 und 70 Jahren. Für die Fibromyalgie gibt es je nach Kenntnisstand des Behandlers unterschiedliche Bezeichnungen: Myofasziales Syndrom, Weichteilrheumatismus, Generalisierte Tendopathie, Fibrositis sind nur einige unter vielen.

Die Fibromyalgie ähnelt in ihrem Symptomenbild dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS= chronic fatigue syndrom). Auch hier herrschen diffuse Schmerzempfindungen mit den genannten Begleitsymptomen vor, doch wird dieses Krankheitsbild überaus stark von Müdigkeit und Erschöpfung geprägt, während bei der Fibromyalgie die gesteigerte Schmerzempfindung im Vordergrund steht.


Theorien zur Krankheitsursache

Die meisten Kenntnisse, die wir über die Fibromyalgie haben, deuten darauf hin, dass es eine alleinige Ursache für die Fibromyalgie nicht gibt. Wahrscheinlich lösen verschiedene Faktoren, die sich in ihrer Wirkung verstärken, die Erkrankung aus bzw. unterhalten sie:

Schmerzsensibilisierung. Fibromyalgiekranke berichten in der Mehrzahl über jahrelange Schmerzzustände oder über einschneidende Schmerzerlebnisse (Unfall, Verletzung). Aus der Schmerzforschung wissen wir, dass durch chronischen Schmerz die Empfindungsbereitschaft für Schmerz gefördert wird. Das Nervensystem lernt mit der Zeit schon geringen Schmerz wahrzunehmen, zu verstärken und zum Bewusstsein weiterzuleiten. Bestimmte Zellen des Nervensystems werden sensibler (ein Marker hierfür ist die Substanz P (SP). Substanz P ist in der Regel bei der Fibromyalgie erhöht.

Autoimmunerkrankung. Normalerweise kann der o.g. Prozess durch ein schmerzhemmendes System gebremst werden. Übergeordnete Nervenzellen senden Impulse aus, die die Schmerzweiterleitung blockieren. Für dieses absteigende schmerzhemmende System wird u.a. ein bestimmter Botenstoff benötigt – das Serotonin. Gerade das Serotonin ist bei Fibromyalgiekranken erniedrigt. Forscher haben bei Blutuntersuchungen festgestellt, dass Fibromyalgiekranke Antikörper gegen Serotonin besitzen. Antikörper treten vermehrt bei Allergien auf. Neben der Schmerzsensibilisierung scheint eine Allergie gegen Serotonin zu existieren. Schmerzsensibilisierung einerseits und eine eingeschränkte Schmerzhemmung andererseits führen zwangsläufig zu einer gesteigerten Schmerzempfindlichkeit.

Psycho-vegetative Bereitschaft. Kein Patient ist wie ein anderer. Dennoch erkranken bestimmte Charaktertypen vermehrt an Fibromyalgie. Fibromyalgiekranke sind nicht allgemein empfindlicher als andere Menschen, obwohl man gerade zu dieser Annahme neigen könnte. Eine psychologische Studie mit Fibromyalgie-Patienten aus 6 Rheumakrankenhäusern und Rehakliniken kam zu dem Ergebnis, dass die Erkrankten empfindlicher auf Schmerz reagieren und sich schneller durch äußere Eindrücke beeinträchtigt fühlen. Sie können leicht störende Reize schlechter ausblenden, sie sind eher gereizt und von daher auch leichter ablenkbar (Konzentrationsschwäche). Es fehlt an der Fähigkeit, sich abzugrenzen, von den äußeren Ereignissen abzuschalten und Abstand zu gewinnen von den inneren Ansprüchen. Es fehlt an Gelassenheit, an Schutzmechanismen für den eigenen Seelenfrieden. Die veränderte Wahrnehmungsschwelle für unharmonische und irritierende Reize überfordert die bewussten und unbewussten Strukturen, die für die Reizverarbeitung zuständig sind. Im Grunde wird der Wunsch nach Harmonie und Akzeptanz durch eine gesteigerte Empfindlichkeit für irritierende Einflüsse permanent enttäuscht.

Unsachgemäße Behandlung. Eine amerikanische Studie belegt, dass Fibromyalgiekranke häufig nicht fachgerecht behandelt werden. Zu der persönlichen Krankheitsgeschichte des Patienten gesellt sich eine unzureichende und uninformierte medizinische Behandlung, die das Beschwerdebild oftmals verschlimmert, statt es zu verbessern. Fibromyalgiepatienten werden überdurch-schnittlich oft operiert und dies meist ohne Erfolg. Sie werden mit Schmerzmedikamenten abgefüllt, obwohl man um ihren geringen therapeutischen Wert weiß. Patienten rennen von Behandler zu Behandler und werden als Simulanten, depressiv, hypochondrisch oder hysterisch klassifiziert und mit Anti-Depressiva ruhiggestellt. Beliebte Verordnungen sind ebenso nichtsteroidale Antirheumatika und Kortison, obwohl verschiedene medikamentöse Studien übereinstimmend über eine weitgehende therapeutische Wirkungslosigkeit berichten.


Die naturheilkundlich orientierte Behandlung in meiner Praxis.

Solange wir nicht genau wissen, wodurch Fibromyalgie entsteht, gibt es keine ursächliche Behandlung, die schnell zum Erfolg führt.

Die Behandlung eines Fibromyalgie-Patienten ist überaus schwierig und stellt sowohl Behandler als auch Patienten vor eine Herausforderung, die nicht einfach zu bewältigen ist. Der Leidensdruck des Patienten und die damit verbundene Erwartungshaltung an den Behandler ist oft groß. Therapieunterstützende Eigenschaften wie positive Grundhaltung, Einsicht, Geduld und Disziplin sind oft aufgebraucht.

Um so wichtiger ist deshalb das Verständnis des Patienten für die Schwierigkeit des Krankheitsbildes. Klinische Studien mit Schmerzkranken belegen deutlich, dass monokausal orientierte Therapieansätze nicht sehr erfolgsversprechend sind. Bei chronisch Schmerzkranken mag es zwar einen Auslöser für den Beginnd er Beschwerden gegeben haben (wenn man ihn überhaupt benennen kann). Doch in der Fortdauer der Erkrankung entwickeln sich Begleitumstände, Verhaltensweisen, physiologische Veränderungen im Körper etc., die auf die aktuelle Schmerzempfindung mehr Einfluss haben als der sichere oder vermeintliche Auslöser in der Vergangenheit. Für die Fibromyalgie ergeben sich daraus mindestens Schlussfolgerungen:

1. Man darf die Fibromyalgie im Interesse des Patienten weder monokausal betrachten noch einseitig mit nur einer Methode behandeln.  Ein polymodaler Behandlungsansatz ist hier von großer Wichtigkeit.

2. Die Behandlung des Fibromyalgie-Kranken bedarf es der Zeit. da erst die Veränderung von vielen kleinen Bausteinen in der physiologischen Regulation und der Informationsbewertung über das Nervensystem eine Veränderung des Beschwerdebildes bewirkt. Der große Wurf, die schnelle und dauerhaft wirkende Therapie ist nach dem jetzigen wissenschaftlichen und klinischen Kenntnisstand eine Illusion.


Ich habe in meiner Praxis ein flexibles Behandlungsprogramm entwickelt, das einen polymodalen und ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Es erlaubt, individuell auf den Patienten einzugehen und gezielt Behandlungsschwerpunkte zu setzen. In der Behandlung werden die körpereigenen schmerzhemmenden Regelsysteme gestärkt, eine belastende Stoffwechselsituation normalisiert und mit einem immunologischen Ansatz wird das Abwehrsystem ausgeglichen. Die psychische Befindlichkeit wird ebenso in die Therapie einbezogen wie bewegungs- und durchblutungsfördernde Maßnahmen. Der Behandlungsrahmen besteht aus folgenden Therapien:


Therapiekonzept Fibromyalgie

Eigenblutbehandlung mit gezielten Medikamenten zur Umstimmung des Immunsystems und zur Ausleitung von Schadstoffen.

Phytotherapeutische Behandlung: Hier kommen ausgewählte pflanzliche Medikamente zur Anwendung, die hauptsächlich den psycho-vegetativen Symptomenkomplex abdecken: Antriebsschwäche, Empfindlichkeit, Erschöpfung, Unruhezustände, Schlafstörungen

Akupunktur des Ohres mit Dauernadeln zur vegetativen Beruhigung und Inhibierung der Schmerzleitung (Endorphine).

Klassische Homöopathie entsprechend des Beschwerdebildes.

Leichte und angenehm(!) empfundene manuelle Techniken der Osteopathie.

Neuraltherapie (vornehmlich entlang der Wirbelsäule, evtl. an den Tenderpoints).

Wärmeanwendungen

Verhaltenstraining. Konzentrationsübungen, Setzen positiver Anker (NLP), Abgrenzung, Zielbestimmung, Selbsthilfe.

Dieses Behandlungskonzept ist der rein symptomatischen Behandlung der Schulmedizin  überlegen, da es versucht, die gestörten körperlich/seelischen Regelkreise zu normalisieren. Solange die Symptome eines Fibromyalgie-Kranken in ihrer Intensität wechseln und nicht jeden Tag in dem gleichen Ausmaß erlebt werden, funktionieren körpereigene schmerzhemmende Systeme – wenn auch nicht ausreichend, aber sie funktionieren - und solange gibt es auch Hoffnung für eine ganzheitlich und naturheilkundlich orientierte Behandlung.

 


Praxis für Osteopathie, Chiropraktik und Naturheilkunde
Helge Franke D.O.M.R.O Heilpraktiker
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